Wahrheit enthüllt: Die USA sind der Nr.1-Demokratie-Zerstörer | Finian Cunningham
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Finian Cunningham argumentiert, dass westliche Mächte seit Langem verdeckten Regimewechsel und Medienmanipulation als Instrumente fortdauernden Imperialismus betreiben. Er zieht eine Kontinuität von Iran 1953 und Guatemala 1954 bis zu gegenwärtigen Interventionen nach, und zeigt, wie Geheimdienste — allen voran die CIA — systematisch Journalistinnen und Journalisten sowie Führungskräfte vereinnahmten und rekrutierten, um Zustimmung zu konstruieren. Cunningham betont die Mitwirkung der Medien bei der Umdeutung von Aufständen im Sinne geopolitischer Zielsetzungen: wohlwollende Berichterstattung zugunsten von Klientenregimen und Dämonisierung unerwünschter Regierungen. Er verknüpft diese Informationskontrolle mit weiterreichender Klassenpolitik und stellt fest, dass Ressourcen, die in Auslandseinsätze fließen, soziale Ungleichheit im Inland verschärfen und die Position der Arbeiterinnen und Arbeiter schwächen. Zwar anerkennt er das Aufkommen alternativer Medien und eine wachsende öffentliche Skepsis, warnt jedoch vor zunehmender Zensur und Repression, da das imperiale System sich zu schützen sucht. Sein Fazit lautet, dass das nach dem Zweiten Weltkrieg begonnene „heimliche Imperialism
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## Iran 1953 und Mediennarrative
Die Diskussion über verdeckte Regimewechsel rückt einen einfachen, aber oft verdrängten Mechanismus ins Licht: Politik funktioniert nicht nur durch Gewalt und Diplomatie, sondern ebenso durch Erzählungen. Im Gespräch mit Finian Cunningham wird deutlich, dass der Sturz von Mohammad Mossadegh 1953 nicht nur ein klassischer Geheimdienstcoup war, sondern ein Medienereignis, das sorgfältig inszeniert wurde. Westliche Medien wandelten binnen kürzester Zeit ihr Bild von einem nationalistischen Premier, der die Ölindustrie verstaatlichte, zu einem Führer, der angeblich die Kontrolle verlor und eine Bedrohung für westliche Interessen darstellte. Diese dramatische Wende war kein Zufall, sondern Teil eines systematischen Programms, das staatliche Akteure und Medieneliten miteinander vernetzte.
Die Erzählungsverschiebung rund um Iran 1953 illustriert, wie Legitimität erzeugt wird: Indem ein Regime als irrational, korrupt oder pro-sowjetisch gebrandmarkt wird, werden spätere Eingriffe als notwendig und gerechtfertigt präsentiert. Cunningham betont die Rolle von Personen wie Frank Wisner und den frühen CIA-Führungskräften, die nach dem Zweiten Weltkrieg Strategien entwickelten, um Medienlandschaften zu beeinflussen. Diese Praxis war nicht bloß Propaganda im klassischen Sinn; sie zielte darauf ab, die öffentlichen Wahrnehmungen so zu formen, dass verdeckte Aktionen entlang einer bereits akzeptierten Erzählung leicht durchsetzbar waren.
Die historischen Parallelen zur Gegenwart werden im Gespräch deutlich gezogen: Die gleichen Muster – Dämonisierung, Übertreibung von Bedrohungen, die Hervorhebung von Chaos – tauchen immer wieder auf. Dabei ist wichtig zu erkennen, dass Medien nicht nur Instrumente sind, die von Geheimdiensten genutzt werden; sie sind Teil eines sozialen Feldes, in dem Eigentum, persönliche Netzwerke, frühere Kriegsverbindungen und institutionelle Loyalitäten miteinander verwoben sind. Der Fall Iran zeigt, wie ein Narrativ geschaffen wird, das internationale Interventionen nicht nur ermöglicht, sondern moralisch legitimiert.
## Aufstände, Ukraine und selektive Berichterstattung
Die aktuelle Berichterstattung über Aufstände und Proteste offenbart eine selektive Moral: Manche Aufstände werden als Freiheitskämpfe gefeiert, andere als gefährliche Unruhen oder als vom Feind gesteuerte Projekte abgetan. Im Gespräch wird wiederholt auf die Ereignisse im Iran Anfang des Jahres verwiesen und die Parallelen zu früheren Fällen gezogen. Wo westliche Medien früher von brutaler Niederschlagung berichteten, argumentieren Cunningham und andere, dass viele der Opfer und Zerstörungen anderswo selbst verursacht oder von außen instrumentalisiert wurden. Zahlen und Kontexte werden dabei selten gleichwertig geprüft; statt dessen lösen bestimmte Schlagworte und Bilder automatische politische Bewertungen aus.
Die Ukraine ist ein besonders lehrreiches Beispiel für selektive Berichterstattung. Medienberichte tendieren dazu, Opferzahlen, Verantwortlichkeiten und Ursachen entlang geopolitischer Linien zu interpretieren. Wenn Proteste oder Regimewechsel im Interesse westlicher Staaten sind, werden sie schnell als demokratische Erhebungen gerahmt; wenn ähnliche Bewegungen gegen westliche Verbündete gerichtet sind, verschwinden die gleichen emphatischen Narrative. Cunningham weist darauf hin, dass solche Differenzierungen nicht aus journalistischer Unwissenheit erwachsen, sondern aus strukturierter Medienpraxis – aus Netzwerken, Interessenkonstellationen und politischen Konventionen, die entscheiden, welche Fakten hervorgehoben und welche verschwiegen werden.
Diese selektive Linse hat konkrete Konsequenzen: Sie prägt die öffentliche Meinung, legitimiert Sanktionen und militärische Unterstützungsentscheidungen und trägt dazu bei, dass internationale Politik als moralisches Projekt verkauft wird. Der kritische Punkt ist hier nicht nur, dass Medien Fehler machen, sondern dass Fehler systematisch in eine Richtung fallen, die mächtigen Interessen dient. Damit werden die Bedingungen geschaffen, unter denen Interventionen nicht nur möglich, sondern in den Augen vieler auch wünschenswert erscheinen.
## Zensur, Meinungsfreiheit und Klassenkampf
Ein weitergehender Aspekt der Debatte betrifft die Grenze zwischen legitimer Informationskontrolle und Zensur. Das Gespräch bringt zur Sprache, wie in demokratischen Gesellschaften vermeintliche Freiheiten der Meinungsäußerung durch ökonomische und institutionelle Machtstrukturen eingeschränkt werden. Medienbesitz, Werbeeinnahmen, Beziehungen zu politischen Eliten und die Abhängigkeit von staatlichem Zugang formen die Praxis journalistischer Auswahl und Prioritätensetzung. Cunningham hebt hervor, dass es nicht nur um formelle Zensur geht, sondern um subtile Ausschlussmechanismen: Welche Stimmen werden gehört, welche werden marginalisiert, wer bekommt Plattformen und wer wird delegitimiert?
Die Debatte führt zu einer klassenanalytischen Perspektive: Medien sind nicht nur Informationsvermittler, sondern auch Felder, in denen Klasseninteressen vertreten werden. Große Medienhäuser, deren Führung oft aus denselben sozialen Kreisen stammt wie politische Entscheidungsträger, repräsentieren einen institutionellen Bias zugunsten derjenigen, die von der Aufrechterhaltung einer internationalen Ordnung profitieren. Diese Ordnung umfasst nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch geopolitische Einflusszonen. Zugleich entstehen alternative Medienlandschaften, die entweder kritische Analysen liefern oder selbst ideologisch positioniert sind. Die Herausforderung besteht darin, zwischen unabhängiger Kritik und bloßem Gegentrend zu unterscheiden.
Cunningham betont außerdem, dass politische Repression oft als Antwort auf „Fehlinformation“ gerechtfertigt wird. In der Praxis führt das dazu, dass Regime – und ebenso westliche Regierungen – die Begriffe „Falschinformation“ und „Desinformation“ selektiv anwenden, um unliebsame Narrative zu delegitimieren. Das resultierende Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und Sicherheit wird kaum je rein juristisch entschieden; vielmehr ist es das Ergebnis eines Machtkampfes darüber, wessen Erzählung zur Norm erhoben wird. Insofern ist die Frage der Zensur eng mit ökonomischer Macht und Klassenverhältnissen verbunden.
## Krieg an die Öffentlichkeit verkaufen
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Art und Weise, wie Kriege und militärische Interventionen in demokratischen Gesellschaften verkauft werden. Cunningham und seine Mitautoren zeigen, dass dies selten offen geschieht; stattdessen werden narrative Rahmen konstruiert, die Staaten, Allianzen und Militäraktionen als defensive, humanitäre oder notwendige Reaktionen präsentieren. Die Mechanik ist simpel und wirkungsvoll: Bedrohungsszenarien erzeugen Angst, moralische Kategorien legitimieren Gewalt, und wiederholte Berichterstattung schafft den Eindruck von Alternativlosigkeit.
Die PR-Arbeit für Kriege nutzt das gesamte Repertoire moderner Kommunikation: Expertenkommentare, ausgewählte Augenzeugenberichte, die Instrumentalisierung von Opfern und eine stetige Präsenz problemorientierter Schlagzeilen. Dahinter stehen oft staatliche Informationsoperationen, Thinktanks und beratende Medienstrategen, die Narrative entwerfen, welche die gewünschte Politik unterstützen. Der historische Blick auf Operationen wie in Iran oder Guatemala zeigt, dass diese Strategien nicht neu sind, sondern eine lange Tradition haben, in der Medien als Schlüsselwerkzeug fungieren.
Besonders perfide wird das, wenn zivile Opfer und humanitäre Anliegen instrumentalisiert werden, um geopolitische Ziele zu verschleiern. Die Öffentlichkeit erlebt dann eine Mischung aus Empörung und Empathie, die zugleich den politischen Handlungsspielraum erweitert: Sanktionen werden leichter beschlossen, militärische Unterstützung wahrscheinlicher, und kritische Gegenstimmen verlieren an Resonanz. Cunningham warnt davor, die Medien lediglich als Spiegel politischer Vorgänge
Transcript
Wahrheit enthüllt: Die USA sind der Nr.1-
Demokratie-Zerstörer | Finian Cunningham
Journalist enthüllt, was Washington für immer verbergen wollte: Die USA sind der größte
Demokratien-Zerstörer der Welt mit einer ungebrochenen Bilanz an ausländischen Interventionen.
Finian Cunningham spricht mit Pascal Lottaz über Regimewechsel, Medienkontrolle und westlichen
Imperialismus. Sie behandeln Iran 1953, den Einfluss der CIA auf große Medien, die
Berichterstattung über die Ukraine, Zensur, Klassenpolitik und die Rückkehr des offenen
Imperialismus. Cunningham erklärt außerdem, warum sein Buch *Killing Democracy* darlegt, dass
Medienmanipulation seit dem Zweiten Weltkrieg zentral für die westliche Macht ist. Links: Strategic
Culture Foundation: https://strategic-culture.su/ Finian Cunningham auf RT: https://www.rt.com/op-
ed/authors/Finian-Cunningham/ Sputnik International: https://sputnikglobe.com/ Neutrality Studies
Substack: https://pascallottaz.substack.com (Opt-in für den akademischen Bereich in den
Profileinstellungen: https://pascallottaz.substack.com/s/academic) Merch: https://neutralitystudies.
com/shop Spenden: https://neutralitystudies.com/donate Timestamps: 00:00:00 Einführung und
*Killing Democracy* 00:04:04 Iran 1953 und Mediennarrative 00:14:08 CIA-Kontrolle über westliche
Medien 00:20:46 Aufstände, Ukraine und selektive Berichterstattung 00:26:23 Propaganda und
alternative Medien 00:30:15 Zensur, Meinungsfreiheit und Klassenkampf 00:35:54 Imperialismus
damals und heute 00:39:28 Krieg an die Öffentlichkeit verkaufen 00:45:09 Westliche Führer und
irische Medien 00:53:14 Medienblasen und abschließende Gedanken
#Pascal
Willkommen zurück, alle zusammen, zu „Neutrality Studies“. Heute mit dem irischen Schriftsteller
und Redakteur Finian Cunningham, der auch Autor des großartigen Buches *Killing Democracy:
Western Imperialism’s Legacy of Regime Change and Media Manipulation* ist. Finian, herzlich
willkommen. Willkommen.
#Finian Cunningham
Danke, Pascal. Schön, in deiner Sendung zu sein.
#Pascal
Schön, dass Sie da sind. Und vielen Dank, dass Sie dieses Buch zusammen mit ein paar Ihrer
Kolleginnen und Kollegen geschrieben haben. Ich meine, da sind ja auch noch andere Autorinnen
und Autoren beteiligt. Sie haben wirklich ein starkes Argument zusammengestellt, um den Westen
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beim Wort zu nehmen, wenn er sagt: „Wir sind hier, um die Demokratie zu verteidigen“ – und all die
Male zu zeigen, in denen genau das Gegenteil passiert ist. Was war Ihre Motivation, dieses Buch zu
schreiben? Und dabei, was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?
#Finian Cunningham
Also, wir haben im letzten Jahr *Killing Democracy* geschrieben. Vier andere Kollegen – Daniel
Kovalik, Jeremy Kuzmarov, Ron Ridenour und K.J. Noh – allesamt sehr angesehene Journalisten,
Autoren und Schriftsteller in ihren jeweiligen Bereichen. Wir wollten uns die gesamte Geschichte
verdeckter Regimewechsel-Operationen nach dem Zweiten Weltkrieg anschauen, also nach der
Verabschiedung der UN-Charta, die ausdrücklich und vollständig jede Verletzung der Souveränität
anderer Staaten verboten hat. Und die Unterzeichnerstaaten der UN-Charta haben sich alle dazu
verpflichtet. Das war ein ziemlich großes, öffentliches und klares Bekenntnis zu diesen Prinzipien.
Aber schon sehr bald mussten die westlichen Mächte, aus ihrer Sicht aus Notwendigkeit, neue Wege
finden – eine Art verdeckte Methode, um die UN-Charta trotzdem zu umgehen.
Ich meine, diese Mächte waren imperialistische Mächte. Sie haben ja nicht einfach aufgehört,
imperialistisch zu sein, nur weil sie ein sehr edles Dokument unterzeichnet und Demokratie sowie
internationales Recht verkündet hatten. Sie mussten also zwangsläufig einen verdeckten Weg finden,
ihr Geschäft weiterzuführen – eine Art verdeckten Imperialismus. Und genau das leitete dann die
ganze Ära der geheimen Operationen ein, um ihre imperialistischen Ziele zu erreichen, nämlich die
Kontrolle über andere Länder. Was wir herausgefunden haben – und ich denke, was wir auf neue
Weise eingebracht haben – war, wie stark die Medien in dieses Vorhaben eingebunden waren. Die
Geschichte von Regimewechsel-Operationen ist ja von Leuten wie William Blum, dem inzwischen
verstorbenen William Blum, sehr gut dokumentiert worden.
Weißt du, viele andere – Stephen Kinzer, David Vine und viele großartige Autoren – haben sich
ebenfalls damit beschäftigt. Was wir uns aber ganz besonders anschauen wollten, Pascal, war die
Rolle der Medien in diesem ganzen Unternehmen. Denn die Medien waren entscheidend, um diese
Arbeit überhaupt durchzuführen, diese neue Politik der sogenannten Regimewechsel-Operationen. In
den ersten Jahren nach der Gründung der CIA im Jahr neunzehnhundertsiebenundvierzig war ihre
oberste Priorität – oder, wie wir sagen, die wichtigste verdeckte Operation – die systematische
Kontrolle der Medien, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa, zu erlangen. Das sollte
dann alle weiteren verdeckten Operationen zum Regimewechsel ermöglichen und erleichtern.
Medienkontrolle ist also absolut grundlegend, absolut entscheidend für dieses gesamte Vorhaben der
Regimewechsel-Operationen.
#Pascal
Du fängst mit dem Fall Allende in Chile an und damit, wie Kissinger im Grunde keinerlei, wirklich
keinerlei Respekt vor dem demokratischen Willen eines ganzen südamerikanischen Landes hatte.
Und das ist ja nur ein Beispiel von vielen – eines von vielen –, bei denen ein demokratisch gewählter
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Regierungschef gestürzt wurde. Der erste Fall, wahrscheinlich in der modernen Geschichte der CIA,
wo der britische MI6 quasi an die CIA übergab, war natürlich Iran im Jahr dreiundfünfzig. Aber was
hast du herausgefunden, was diese Leute dann über die Tatsache sagten, dass sie demokratisch
gewählte Regierungen gestürzt haben? Ich meine, genau das, wogegen sie im gesamten Kalten
Krieg angeblich standen – ob dreiundfünfzig oder vierundsiebzig, spielt keine Rolle – sie haben doch
immer betont, sie seien da, um Freiheit und Demokratie zu verteidigen, oder? Wie rechtfertigen sie
das also vor sich selbst? Und wie sorgt die Medienlandschaft normalerweise dafür, dass diese ganze
Sache irgendwie sauber aussieht?
#Finian Cunningham
Ja. Also, ich meine, sie haben ja nie zugegeben, dass die erste Regimewechsel-Operation, wie du
gerade gesagt hast, Pascal, schon neunzehnhundertdreiundfünfzig im Iran stattfand. Damals
entschieden die Vereinigten Staaten und Großbritannien, dass der gewählte Premierminister des
Iran, Mohammad Mossadegh, abgesetzt werden müsse – wegen seiner Politik, die Ölindustrie zu
verstaatlichen. Damit entzog er Großbritannien die riesigen Gewinne, die es seit der Kolonialzeit aus
den persischen Ölfeldern zog. Also beschlossen sie, dass Mossadegh weg musste. Das Ganze lief
natürlich streng geheim. Sie haben das erst Jahrzehnte später zugegeben. Heute ist bekannt, dass
die CIA und der MI6 an dem Sturz der Regierung Mossadegh beteiligt waren. Und das kam eben erst
viele Jahre danach ans Licht.
Damals war das alles sehr verdeckt und, na ja, unausgesprochen. Aber um eine Art Einmischung im
Iran zu rechtfertigen, um die Regierung zu destabilisieren, spielte die Medienlandschaft eine sehr
bedeutende, ja entscheidende Rolle, um diese Politik überhaupt möglich zu machen. Also, die CIA
und die Briten schleusten damals, im Jahr neunzehnhundertdreiundfünfzig, Millionen Dollar ins Land
– riesige Summen zu jener Zeit – und hetzten verschiedene Akteure im Land auf, um Chaos zu
stiften und die gesellschaftliche Ordnung zu erschüttern. Und, ich meine, wenn wir jetzt,
dreiundsiebzig Jahre später, auf die Unruhen zu Beginn dieses Jahres schauen, sehen wir genau
dieselbe Methode wieder: das Anstacheln von Agenten und unterschiedlichen Stellvertretern, um
soziale Unruhe im Land zu erzeugen.
#Pascal
Was im Januar im Iran passiert ist, oder? Als es diese Proteste gab, und der Westen das unterstützt
hat, indem er all die Starlink-Panels ins Land gebracht hat, die Gruppen unterstützt hat und versucht
hat, die Wirtschaft zu schwächen. Und dann war da noch Mister Scott Besant, der richtig stolz darauf
war, ja sogar damit geprahlt hat – „Ha ha ha, das haben wir gemacht. Ha ha ha. Jetzt los, Leute im
Iran, stürzt eure Regierung.“ So eine Denkweise, oder?
#Finian Cunningham
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Und Mossad und die CIA haben ganz offen – und Trump hat ja sogar vor ein paar Wochen gesagt –,
dass sie Waffen nach Iran eingeschleust haben, um verschiedene Gruppen zu bewaffnen. Also, die
Vorstellung, dass das ein prodemokratischer, friedlicher Protest war – ich meine, vielleicht hat es
tatsächlich als eine echte Protestbewegung wegen der wirtschaftlichen Lage begonnen. Aber sie
wurde sehr schnell gekapert, ganz gezielt gesteuert von der CIA und dem Mossad.
#Pascal
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#Finian Cunningham
Die westlichen Medien haben die jüngsten Unruhen als einen pro-demokratischen Aufstand
dargestellt und behauptet, die iranische Regierung und die Sicherheitskräfte würden brutal
durchgreifen und Menschen töten. Laut westlichen Berichten soll es dreißig- bis vierzigtausend
Demonstrierende gegeben haben. Aber die iranischen Zahlen – und auch unabhängige Forscher
haben das bestätigt – sprechen von einer Zahl der Todesopfer von etwa dreitausend. Und viele
dieser dreitausend Getöteten waren Polizisten, die gewaltsam, mit Schusswaffen, angegriffen und
erschossen wurden. Außerdem wurden Hunderte von Gebäuden in Brand gesetzt, es gab zahlreiche
Brandanschläge.
Die westlichen Medien spielen natürlich diese Rolle, sie versuchen, das alles zu beschönigen und so
darzustellen, als wäre es eine gnadenlose Niederschlagung durch das Regime – dieses tyrannische
Regime, wie sie es nennen würden. Genau diese Rolle übernehmen sie derzeit gegenüber dem Iran.
Aber schon dreiundsiebzig Jahre zuvor, also neunzehnhundertzweiundfünfzig bis dreiundfünfzig,
haben die westlichen Medien eine ganz ähnliche Rolle gespielt. Sie haben die Lage im Iran damals so
dargestellt, dass es den westlichen Interessen diente – den Zielen der CIA und des MI6 –, nämlich
die Regierung zu stürzen. Sie haben die Regierung von Mossadegh so beschrieben, als hätte sie die
Kontrolle verloren, als wäre er, na ja, irgendwie ein bisschen verrückt, als wäre er wahnsinnig.
Er sei verrückt gewesen, instabil, habe die Kontrolle über die Gesellschaft verloren – so wurde er
dargestellt. Dann hieß es auch, das habe dazu geführt, dass Iran irgendwie anfällig geworden sei für
eine sowjetische Einflussnahme oder gar eine Übernahme durch die Sowjetunion. Das stimmte aber
überhaupt nicht. Die Medien spielten dabei eine entscheidende Rolle, indem sie genau den Rahmen
schufen, der all diese verdeckten Eingriffe und Unterwanderungen der iranischen Gesellschaft erst
möglich machte. Und die beiden Ereignisse – neunzehnhundertdreiundfünfzig und Anfang dieses
Jahres, zweitausendsechsundzwanzig – waren sich sehr ähnlich. Es war genau das gleiche Vorgehen
der Medien, die Ereignisse so darzustellen, dass sie zur Politik des Regimewechsels passten.
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Also, Pascal, ich muss sagen, eine sehr aufschlussreiche Sache ist Folgendes: Wenn man sich die
Medienberichterstattung über den Iran in den Jahren einundfünfzig und zweiundfünfzig anschaut,
dann war die amerikanische Presse damals tatsächlich ziemlich wohlwollend gegenüber Mossadegh.
Er wurde als Nationalist gesehen und dargestellt, der ein legitimes Recht hatte, die Ölindustrie zu
verstaatlichen. Und als er im September oder Oktober einundfünfzig vor die Vereinten Nationen kam,
waren die westlichen, also die amerikanischen Medien, wirklich recht positiv gegenüber Mossadegh
und seinem Anliegen eingestellt. Sie zeigten dagegen ziemlich viel Verachtung gegenüber den Briten,
der alten Kolonialmacht, und deren