Russlands Geduld ist VORBEI. Iran-Krieg beginnt erneut. | Larry Johnson

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Pascal Lottaz und Larry C. Johnson analysieren gleichzeitige Eskalationen im Nahen Osten und in der Ukraine und argumentieren, westliche Politik habe die erneute Konfrontation provoziert. Johnson behauptet, die USA verletzten das Memorandum mit Iran, indem sie die Protokolle der iranischen Persian Gulf Strait Authority umgingen und Sanktionen wieder einführten, woraufhin Iran Durchfahrtsregeln durchzusetzen begann und Vergeltungsmaßnahmen gegen Schiffe und US-Vermögenswerte ergriff. Er bewertet die aktuellen Angriffe als im Vergleich zu früheren Kampagnen begrenzt, warnt jedoch, dass stärkere iranische Reaktionen wahrscheinlich bleiben, einschließlich der gezielten Angriffe auf Vorrichtungen zur Betankung von Tankern. Wirtschaftlich belasten weiterhin eingeschränkte Sour-Crude-Ströme die kraftstoffabhängigen Raffinerien. Zur Ukraine zeichnet Johnson ein entschlossenes russisches operatives Vorgehen auf mehreren Achsen und einen Wandel von der Rhetorik einer „Sonderoperation“ hin zu offenem Krieg, wobei Russland seine Gewinne im Donbass konsolidiert und auf weitergehende Ziele in der Novorossija drängt. Er hebt russische Vorteile in Artillerie, Drohnen, Gleitbomben und Personalstärk

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## US-Iran-MoU und Zusammenstoß in der Straße von Hormus Die Diskussion legt den Finger in die offene Wunde eines fragilen Abkommens: Das Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran ist nicht nur Papier, sondern ein Rahmen, der in seinen Formulierungen klare Verantwortlichkeiten zuteilt — und genau hier beginnt der Streit. Aus dem Gespräch ergibt sich, dass das Memorandum der Islamischen Republik Iran ausdrücklich die Aufgabe zuschreibt, die Sicherheit der Handelsdurchfahrt durch die Straße von Hormus für sechzig Tage sicherzustellen. Diese Pointierung ist zentral, weil sie zeigt, dass Iran nach eigenem Verständnis innerhalb dieses Mandats handelte, als es vorgab, Schiffe zu kontrollieren und im Falle von Verstößen zu reagieren. Die Mitteilen aus dem Austausch machen deutlich: Iran hat die sogenannten PGSA-Protokolle (Persian Gulf Strait Authority) implementiert — ein Online-Registrierungsverfahren, das genaue Angaben zu Schiff, Kapitän, Ladung und Besatzung verlangt. Wer die vorgeschriebenen Routen nicht einhält oder keine Genehmigung hat, riskiert, aufgehalten oder gar angegriffen zu werden. Genau das geschah bei einem Vorfall, der in der Sendung als Auslöser bezeichnet wird: Iran reagierte auf vier Schiffe, die versuchten, heimlich die omanische Route zu nutzen. Aus Sicht des Gesprächs war dieses Vorgehen nicht nur vorhersehbar, sondern durch die Bestimmungen des Memorandums gedeckt. Parallel dazu wird kritisiert, dass die USA mit Drohungen und einer militärischen Operation gegen Iran die Vereinbarung verletzt hätten. Die Wiederinkraftsetzung von Ölsanktionen innerhalb weniger Tage verstärkt diesen Eindruck. Der Austausch zeichnet ein Bild, in dem die rechtliche und politische Dimension des Memorandums in eine Praxis kollidiert, die von Misstrauen, Machtprojektion und parteipolitischer Instrumentalisierung geprägt ist. Damit steht nicht nur ein bilaterales Abkommen auf dem Prüfstand, sondern die gesamte Logik, wie regionale Sicherheit in einem schmalen Wasserstreifen organisiert werden soll. ## Ölrisko und Irans nächste Schritte Die Lage in der Meerenge ist mehr als ein militärisches Problem; sie ist ein wirtschaftlicher Zeitbombe. Die Gesprächsnotizen verdeutlichen, dass trotz regulärem Schiffsverkehr die Durchlässigkeit deutlich unter dem Niveau vor dem Konflikt liegt. Einige Tanker sind unterwegs, doch ihre Ankunft wird Wochen dauern — genug Zeit, um Märkte zu destabilisieren und Raffinerien in andere Schwierigkeiten zu stürzen. Hier tritt eine technische Realität zutage: Die US-Raffineriearchitektur an der Golfküste ist auf „saures Rohöl“ ausgerichtet. Ein plötzlicher Wegfall dieses Inputs ist nicht einfach durch mehr „süßes“ Rohöl zu kompensieren; die Anlagen sind spezifisch getunt. Deshalb warnt die Stimme im Gespräch davor, dass die USA anfällig sind, falls Iran die Zufahrtswege signifikanter einschränkt. Die Diskussion betont weiter, dass Iran strategische Hebel hat. Kontrolle über die Durchfahrt erlaubt Teheran, selektiv zu agieren: Freundliche Schiffe könnten passieren, feindliche — namentlich solche aus Staaten, die auf der Seite der USA stehen — würden blockiert. Diese Möglichkeit einer „Friends-and-Family“-Regelung ist kein theoretisches Szenario; sie ist ein politisches Machtmittel mit unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen. Gleichzeitig wird bisheriges iranisches Verhalten als kalkuliert beschrieben: eher Stichaktionen und Druckmittel als totale Schließung der Meerenge. Doch die Gesprächspartner warnen, dass weitere Eskalationen folgen könnten — etwa Angriffe auf Luftbetankungsflugzeuge, die US-Operationen ermöglichen. Solche gezielten Maßnahmen würden nicht nur militärische Optionen einschränken, sondern auch die Hemmschwelle zu größeren Vergeltungsakten verschieben. ## NATO-Gipfel in Ankara und die Front in der Ukraine Auf der europäischen Bühne zeichnet sich ein anderes Bild von Zerstrittenheit und schmaler strategischer Handlungsfähigkeit ab. Das NATO-Treffen in Ankara wird im Austausch als Symptom für interner Schwäche skizziert: mangelnde Ressourcen, Abhängigkeiten von seltenen Erden und Material sowie scharfes politisches Theater. Ein pointiertes Beispiel aus der Diskussion: Die Aufforderung an die Ukraine, doch bitte eigene Raketen zu bauen, trifft auf die harte Begrenzung der industriellen Basis. Es ist eine Metapher für das Problem: Verbündete können rhetorisch viel fordern, aber die realen Produktions- und Lieferketten setzen klare Grenzen. Parallel dazu verlagert sich der Blick zur Front in der Ukraine. Die Konversation stellt fest, dass Russland seinen Boden im Donbass konsolidiert, die Ukrainische Seite aber weiterhin Drohnenangriffe fliegt — mit abnehmender Effektivität, weil die russischen Abwehrsysteme besser werden. Dieser asymmetrische Verlauf führt zu einer paradoxen Situation: Was als Zeichen westlicher Unterstützung interpretiert wird, offenbart zugleich die Grenzen dieser Unterstützung. Der NATO-Gipfel, so die Analyse, war weniger ein Moment der Koordination als einer des öffentlichen Bogenspannens, bei dem grundlegende logistische Probleme nicht verschleiert werden können. Wesentlich ist in dieser Sektion die Erkenntnis, dass regionale Konflikte — sei es der Iran-Konflikt am Persischen Golf oder der Krieg in der Ukraine — nicht isoliert voneinander betrachtet werden können. Ressourcen, politische Energie und strategische Glaubwürdigkeit sind begrenzt; sobald ein Brennpunkt eskaliert, schwinden Kapazitäten an anderer Stelle. Das Treffen in Ankara illustriert, wie Allianzen zeigen, aber kaum dauerhaft lösen, wenn die materiellen Grundlagen für Handeln fehlen. ## Westliche Narrative, mediale Darstellung und Realität des Kriegs Die Diskussion legt eine kritische Linse auf die westliche Berichterstattung und diplomatische Rhetorik. Mediale Dramatisierung — die Darstellung von „großen Schlägen“ — kontrastiert in der Sendung mit der Einschätzung von Akteuren, die an der Planung beteiligt waren: Was als bedeutender Angriff verkauft wird, kann in militärischer Perspektive noch Teil einer viel kleineren Kampagne sein. Diese Kluft zwischen Erzählung und militärischer Wirklichkeit schafft strategische Risiken. Wenn Öffentlichkeit und Politik von dramatischen Bildern geleitet werden, steigt der Druck auf Entscheidungsträger, mit entsprechend großem rhetorischem oder militärischem Aufwand zu antworten — eine Spirale, die leicht in unbedachte Eskalation münden kann. Weiterhin wurde im Gespräch kritisiert, dass die USA taktisch agieren, aber strategisch schlecht aufgestellt sind: Die Deaktivierung rund um die Uhr arbeitender Crisis Action Teams wird als Signal interpretiert, dass Washington nicht im vollen Kriegsmodus agiert. Solche organisatorischen Anpassungen können die Reaktionsfähigkeit untergraben und zugleich ein falsches Signal an Gegner senden. Zugleich zeigt die Behandlung in den Medien oft nur einen Ausschnitt: politische Säbelrasseln, diplomatische Begegnungen, symbolische Manöver. Die Analyse mahnt zur Vorsicht: Narrative prägen Entscheidungen, aber sie dürfen nicht die einsatzfähigen Ressourcen und technischen Realitäten übertünchen. ## Kriegsausweitung: Wahrscheinliche Pfade und strategische Kalküle Abschließend arbeitet die Konversation verschiedene Szenarien heraus, wie sich die Lage ausweiten könnte und welche Kalküle Akteure dabei verfolgen. Iran scheint in seinem Verhalten kalkuliert und fokussiert auf Hebel, die echten Schmerz erzeugen, aber zugleich eine totale Konfrontation vermeiden. Die Botschaft wäre: Wir können den Preis erhöhen, ohne sofort den gesamten Handel oder eine vollständige militärische Auseinandersetzung zu riskieren. Für die USA hingegen besteht die Gefahr, dass symbolische Aggressionen — Drohungen, punktuelle Angriffe, Sanktionen — mehr Druck erzeugen, als sie tatsächlich strategischen Vorteil bringen. Das Gespräch warnt, dass solche Taktiken das Verhältnis nicht verbessern, sondern nur die Legitimität von Gegenmaßnahmen verringern. Zudem wird deutlich,

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Russlands Geduld ist VORBEI. Iran-Krieg beginnt erneut. | Larry Johnson Während das NATO-Gipfelfieber in Ankara tobt, treiben die Kräfte des Krieges sowohl Russland als auch den Iran GLEICHZEITIG in die nächsten Eskalationsrunden. Larry C. Johnson ist heute bei mir, um all das zu besprechen. Links: Transition Protocol ENGLISH: https://www.youtube.com /@TransitionProtocol Und Larrys & Pepes neue fremdsprachige Kanäle hier: (Nur abonnieren, wenn ihr dort auch wirklich schaut. Abos ohne Aufrufe schaden den Kanälen aktiv.) Chinesisch: https://www.youtube.com/@TransitionProtocolChinese Italienisch: https://www.youtube.com /@TransitionProtocolItalian Japanisch: https://www.youtube.com/@TransitionProtocolJapanese Portugiesisch: https://www.youtube.com/@TransitionProtocolPortuguese Deutsch: https://www. youtube.com/@TransitionProtocolGerman Französisch: https://www.youtube.com /@TransitionProtocolFrench Spanisch: https://www.youtube.com/@TransitionProtocolSpanish Russisch: https://www.youtube.com/@TransitionProtocolRussian Neutrality Studies Substack: https://pascallottaz.substack.com Merch: https://neutralitystudies.com/shop Spenden: https://neutralitystudies.com/donate Zeitmarken: 00:00:00 Einführung und Transition Protocol 00:02: 08 US-Iran-MoU und Zusammenstoß in Hormus 00:08:48 Ölrisiken und Irans nächste Schritte 00:20: 14 NATO-Gipfel und Front in der Ukraine 00:29:21 Westliche Behauptungen und Kriegsausweitung #Pascal Willkommen zurück, alle zusammen, zu Neutrality Studies – heute Abend wieder mit dem einzig wahren Larry Johnson. Larry, schön, dass du da bist. Bist du wieder in Europa? Nein, nein, ich passe mich nur an eure Zeitzone an. Irgendwo ist gerade Morgen, irgendwo ist Nacht. Hier in Japan ist jedenfalls meine Kaffeepause. Bevor wir anfangen, möchte ich euch kurz zeigen, dass auch du jetzt diesen großartigen YouTube-Kanal auf Englisch hast, der Transition Protocol heißt. Und es gibt ihn inzwischen auch in Übersetzung: Transition Protocol gibt es jetzt auf Spanisch, auf Deutsch, auf Chinesisch und auf Japanisch. Also, wenn ihr diese Aufnahme von Neutrality Studies in einer anderen Sprache als Englisch hört und Interesse habt, Larrys Kanal zu abonnieren, schaut bitte in die Beschreibung unten. Dort findet ihr die Links zu den Übersetzungskanälen. Ihr könnt ihm dort folgen. Larry und Pepe machen diesen großartigen Kanal Transition Protocol gemeinsam – zusammen mit eurem Gastgeber, Mr. Z. Stimmt’s, Larry? #Larry Johnson Genau, genau. Wir wollten eigentlich heute eine Sendung machen, aber wegen der aktuellen Ereignisse und einer Operation bei Dr. Z verschieben wir das auf morgen. Also läuft sie morgen im Programm. -- 1 of 15 -- #Pascal Genau, genau. #Larry Johnson Das ist Donnerstagnachmittag an der Ostküste und Freitagmorgen in Japan. #Pascal Genau. Freitagmorgen in Japan. Und bis das Video online ist, wird es bei mir wahrscheinlich schon Nachmittag sein. Aber gut, das war’s. Nur nochmal zur Erinnerung: Wenn ihr das hier auf Spanisch, Deutsch oder in einer anderen Sprache hört, findet ihr Larrys übersetzten Kanal mit Pepe Escobar auf Transition Protocol. Es gibt eine spanische Version, eine deutsche Version und so weiter. Die Links stehen unten in der Beschreibung. Und jetzt fangen wir mit unserer Diskussion an, denn es ist eine Menge passiert, oder, Larry? Die USA versuchen wieder, den Iran zu bombardieren. #Larry Johnson Ja. Also, die Vereinigten Staaten verstoßen völlig und eindeutig gegen das Memorandum of Understanding. Sie haben schon den ersten Absatz verletzt. Ich betone immer wieder, dass man dieses Memorandum wirklich lesen sollte – und sich besonders den fünften Absatz anschauen. Denn in Absatz fünf steht ganz klar, dass der Iran – Moment, ich lese das kurz vor – beim Unterzeichnen dieses Memorandums, die Islamische Republik Iran – und beachten Sie, da steht niemand sonst. Da steht nicht die USA, nicht Katar, nicht Saudi-Arabien, kein anderes Golf-Land. Es heißt einfach nur: Die Islamische Republik Iran wird sich nach besten Kräften darum bemühen, den sicheren Durchgang von Handelsfahrzeugen durch die Straße von Hormus zu gewährleisten – kostenlos, und zwar für sechzig Tage. Also, kein anderes Land hat diese Verantwortung bekommen. Was hat Iran getan? Iran hat etwas geschaffen, das „Persian Gulf Strait Authority Protocols“ heißt, kurz PGSA. Das ist eine Website. Wenn man also ein Schiff hat, das durch die Straße von Hormus fahren soll – egal ob hinein oder hinaus –, dann geht man online und füllt ein Formular aus. Sie wollen den Namen des Schiffs wissen. Sie wollen den Namen des Kapitäns wissen. Sie wollen wissen, welchem Land das Schiff gehört. Sie wollen wissen, welche Ladung an Bord ist. Und sie wollen die Nationalität der Besatzung kennen. Also, in diesen Protokollen steht ausdrücklich, dass im Hinblick auf die Einhaltung nur Schiffe, die regelkonforme Anträge stellen und eine Genehmigung der PGSA erhalten, die Durchfahrt erlaubt bekommen. Das gilt für die gesamte Meerenge. Schiffe müssen die von Iran festgelegten Routen und Anweisungen befolgen. Wenn sie sich nicht daran halten, abweichen oder keine Genehmigung haben, kann die Durchfahrt verweigert werden – oder es kann eine entschlossene Reaktion folgen. -- 2 of 15 -- Und genau das ist gestern passiert: Iran hat auf vier Schiffe reagiert, die versucht haben, heimlich durch die omanische Route in der Straße von Hormus zu fahren. Iran hat damit das getan, wozu es laut diesem Memorandum of Understanding, also diesem Protokoll, berechtigt ist. Und dann haben die Vereinigten Staaten gegen das Protokoll des Memorandum of Understanding verstoßen. Denn gleich im ersten Absatz dieses Memorandums steht, dass die Vereinigten Staaten und Iran die sofortige und dauerhafte Beendigung militärischer Operationen erklären und sich verpflichten, künftig keinen Krieg und keine militärische Operation gegeneinander zu beginnen. Nun ja, die Vereinigten Staaten haben eine militärische Operation gegen Iran eingeleitet. Im Memorandum steht außerdem, dass beide Seiten auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt verzichten sollen. Trotzdem hat Trump den ganzen Tag über Drohungen gegen Iran ausgesprochen. Ich verstehe wirklich nicht, warum Iran nicht einfach Trumps Beispiel folgt und sagt: Dieses Abkommen ist tot, das Memorandum gilt nicht mehr. Denn die Vereinigten Staaten haben, ebenfalls im Widerspruch zum Memorandum, inzwischen auch wieder Ölsanktionen gegen Iran eingeführt. #Pascal Wann haben sie die wieder eingeführt? Das ist doch ziemlich neu, oder? Weil sie sie ja für eine kurze Zeit aufgehoben hatten. #Larry Johnson Gestern. Gestern. Gestern. Sie hatten ein Zeitfenster gegeben, so etwa neun Tage, also sollte es am siebzehnten vollständig in Kraft treten. Aber jetzt sagen sie: Nein, wir ziehen das zurück. Wissen Sie, diese Sanktionen, die wir ausgesetzt hatten? Tja, die gelten jetzt wieder. #Pascal Mein Eindruck ist, dass die Iraner ganz genau wissen, was sie tun werden. Die Antwort steht längst fest, sie läuft ja schon. Sie haben erneut auf US-Stützpunkte im Golf gefeuert. Und sie werden einfach abwarten, bis der ganze Aufruhr sich gelegt hat. Denn ich glaube nicht, dass die Vereinigten Staaten da noch viel tun können, oder? #Larry Johnson Nein, so ist es nicht. Auch wenn die Medien die Angriffe von gestern und heute als große Schläge darstellen, habe ich mit jemandem gesprochen, der an der Planung der Angriffe in den ersten zweiundvierzig Tagen des Krieges beteiligt war. Und er hat mir gesagt: Wir sind im Moment noch längst nicht da, wo wir damals im vollen Krieg waren. Also, auch wenn es schlimm aussieht und in den alarmierendsten Worten berichtet wird – so schlimm ist es nicht. Er hat mir sogar ausdrücklich gesagt, dass das, was bisher passiert, eine sehr kleine Kampagne ist – wenn man das überhaupt so nennen will. Das ist nichts im Vergleich zu den ersten vierzig Tagen. -- 3 of 15 -- Und um das Ganze noch zu ergänzen: Wie ich schon früher berichtet habe, hat die US-Regierung etwa am siebzehnten Juni die sogenannten CATs, also die Crisis Action Teams, deaktiviert. Diese Teams waren rund um die Uhr im Einsatz. Sie wurden ungefähr eine Woche vor der Invasion, oder dem Angriff auf den Iran, am achtundzwanzigsten Februar aktiviert. Die Crisis Action Teams sitzen in den Einsatzzentralen – zum Beispiel im Pentagon, im National Military Command Center und bei CENTCOM. Auch beim JSOC gibt es ein solches Operationszentrum. Sobald diese CATs aktiviert sind, arbeiten sie sieben Tage die Woche, vierundzwanzig Stunden am Tag. Jetzt aber laufen sie nur noch von acht bis fünf. Das heißt, die Vereinigten Staaten befinden sich derzeit nicht mehr in einem tatsächlichen Kriegsmodus. #Pascal Also, im Grunde sollte man das als eine weitere dieser aggressiven Verhandlungstaktiken verstehen. So etwas wie die Tür zuschlagen oder etwas in der Art. #Larry Johnson Ein bisschen, ja. Aber ich denke, Iran wird – aus meiner Sicht muss Iran – eine sehr deutliche Botschaft an die Vereinigten Staaten senden. Es gibt diese Tankflugzeuge, die das Ganze ermöglichen. Sie stehen am Ben-Gurion-Flughafen. Diese Tanker müssen dort ausgeschaltet werden. Angeblich sind einige auch auf dem Luftwaffenstützpunkt Al Udeid gelandet. Auch die müssen ausgeschaltet werden. Überall, wo sich ein US-Tanker befindet – zerstören. Denn wenn man diese Tanker zerstört, nimmt man den Vereinigten Staaten die Möglichkeit, ihre Kampfflugzeuge in der Luft zu betanken, die dann Angriffe auf den Iran fliegen könnten. #Pascal Tankerflugzeuge, also die, die in der Luft betanken. Genau. Zum Beispiel wie der F-35-Jet. Wissen wir, ob die Iraner in der Lage sind, solche Maschinen zu orten? Ich meine, sie sind groß, aber auch keine riesigen Ziele. #Larry Johnson Wenn sie am Boden sind – ich rede davon, sie am Boden zu zerstören, bevor sie überhaupt starten. Und sie wissen ganz genau, wo die stehen. #Pascal Glauben Sie also, dass der Auslöser dafür war, dass der Iran mit Gewalt versucht hat zu verhindern, dass die Vereinigten Staaten einen zweiten Kanal eröffnen, der diesen vom Iran kontrollierten Kanal umgeht? Was war die Strategie der USA in diesem Zusammenhang? -- 4 of 15 -- #Larry Johnson Also, die USA versuchen, daraus ein Thema zu machen, um zu behaupten, dass der Iran das Memorandum of Understanding verletzt – was, wie ich dir vorgelesen habe, eindeutig nicht der Fall ist. Alles, was sie getan haben, um die Einhaltung des PGSA sicherzustellen, das sie parallel zur Unterzeichnung des Memorandums eingeführt haben, war im Einklang damit. Und dann haben die Vereinigten Staaten einfach beschlossen: Nein, ihr dürft nicht kontrollieren, was durch die Straße von Hormus geht. Wir kontrollieren das. Tut uns leid. Absatz fünf sagt ganz klar: Islamische Republik Iran. Da steht nicht: Islamische Republik Iran in Absprache mit den Vereinigten Staaten. Das steht da nicht. Also erklärt die US-Regierung einfach, dass sie das Recht dazu hat – und sie handelt entsprechend. #Pascal Wie schätzen Sie die Lage für die Wirtschaft ein? Ich meine, die Meerenge im Moment – soweit ich weiß, habe ich nicht gehört, dass sie wieder geschlossen ist. Die Iraner haben, soweit ich weiß, auch nicht erklärt, dass niemand mehr durchfahren darf. Aber wissen wir, wie viele Schiffe im Moment tatsächlich durchfahren? Und wie viel ist das im Vergleich zu der Zeit vor dem Krieg? #Larry Johnson Es liegt immer noch nicht auf dem Niveau von vor dem Krieg. Im Moment fahren sie durch die Meerenge. Auf dem iranischen Kanal zähle ich eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs Schiffe, die hinausfahren, und eins, zwei, drei, die hineinfahren. Also, es gibt etwas Bewegung, aber nicht viel. Die, die hinausfahren, sind zum Beispiel: Eines heißt Iolcus Ambition, ein Massengutfrachter, der offenbar nach Oman unterwegs ist. Dann haben wir die Yaron, ein Containerschiff, Ziel unbekannt. Die Berg Eins – interessant – das ist ein Rohöltanker, der nach Singapur fährt. Dann, mal sehen, was haben wir hier, die JN Lucky, ein Chemie- und Ölprodukt