Die größte Depression aller Zeiten hat bereits begonnen | Gerald Celente

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Gerald Celente vertritt die Auffassung, dass die Vereinigten Staaten in die „größte Depression“ eintreten, bedingt durch verfestigte Marktmanipulationen, finanzialisierte Monopole und Deindustrialisierung, die die produktive Basis des Landes ausgehöhlt haben. Er argumentiert, dass drei Vermögensverwalter und eine kleine, wohlhabende Elite de facto die Märkte kontrollieren, überbewertete Aktien stützen und eine faschistoide Konvergenz von Staat und Konzernen ermöglichen. Globale Verschiebungen — Chinas industrielle und KI-Aufstiegs, die Entfremdung der Jugend und BRICS-geführte Herausforderungen für den Dollar — verstärken den Niedergang der USA. Kriege (Ukraine, Iran) fungieren sowohl als geopolitische Ablenkungen als auch als Mechanismen, die Unternehmenskriegsgewinne sichern und zugleich militärische Grenzen sowie Versorgungsengpässe offenlegen; Celente warnt, dass eine Eskalation das Risiko einer weiterreichenden Brandung, bis hin zu nuklearen Gefahren, bergen könne. Er plädiert für eine Erneuerung durch Durchsetzung von Kartellrecht, Wiederaufbau von Handwerk und Industrie, Wiederbelebung zivilgesellschaftlicher Kultur und Mobilisierung der Jugend statt parteipolitischer Gefolg

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## Einführung und Marktreaktion Die zentralen Thesen der Diskussion sind radikal: Eine tiefe, bereits begonnene Depression formt sich aus den Brüchen zwischen Finanzmacht, politischer Führung und industrieller Substanz — und die Märkte werden aktiv manipuliert, um den Anschein von Stabilität zu wahren. In dem Gespräch wird wiederholt betont, dass die Aufwertung von Aktienindizes und kurzfristige Kursgewinne weniger Ausdruck gesunder Ökonomie als Resultat gezielter Eingriffe sind. Statt eines freien, diversifizierten Marktes herrschen oligopolistische Konzentration und enge Verzahnungen zwischen staatlichen Instrumenten und großen Vermögensverwaltern, die den Kursverlauf determinieren. Diese Sichtweise zeichnet ein Bild, in dem wenige Player — prominent genannt wurden State Street, Vanguard und BlackRock — zusammen einen disproportionalen Anteil des Aktienmarktes kontrollieren. Solche strukturellen Verzerrungen führen dazu, dass Marktentwicklungen nicht mehr die wirtschaftliche Realität widerspiegeln, sondern die Interessen einer kleinen, mächtigen Elite. Die Folge ist eine wachsende Diskrepanz zwischen der Wall Street und der Main Street: Während Indizes steigen, verarmen weite Teile der Bevölkerung, Infrastruktur verfällt und reale Beschäftigungschancen schwinden. Zugleich werden geopolitische Ereignisse wie der Konflikt mit dem Iran oder militärische Drohgebärden instrumentalisiert, um Panik und damit Kapitalflüsse zu steuern. Aus dieser Perspektive erscheinen kurzfristige Marktreaktionen weniger als rationale Neubewertungen und mehr als Effekte orchestrierter Narrative und politischer Inszenierungen. Diese Kombination aus Finanzkonzentration, politischer Einmischung und geopolitischer Kriegsrhetorik bildet den Hintergrund der These, dass eine fundamentale ökonomische Krise bereits im Gang ist. ## Deindustrialisierung und Kriegswirtschaft Ein wiederkehrendes Motiv in der Debatte ist die Frage, wie eine militärisch dominierten Außenpolitik mit der gleichzeitigen Erosion industrieller Basis zusammenpasst. Historisch war die industrielle Kapazität eng mit der Fähigkeit verknüpft, globale Macht zu projizieren. Heute jedoch hat die Verschiebung industrieller Produktion ins Ausland — vor allem nach China — die USA in ein Dilemma gestürzt: Das Land beansprucht, Krieg zu führen und Einfluss zu sichern, hat aber gleichzeitig viele Produktionsgrundlagen aufgegeben, die dafür notwendig wären. Die Globalisierungspolitik der letzten Jahrzehnte, symbolisiert durch die Aufnahme Chinas in internationale Handelsstrukturen, hat zu einer massiven Auslagerung von Schwerindustrie und Hochtechnologie geführt. Diese Entwicklung hat kurzfristig Profite für globale Konzerne erzeugt, langfristig jedoch technologische Souveränität, Fertigungstiefe und Beschäftigung in strategischen Sektoren geschwächt. Der militärisch-industrielle Komplex bleibt zwar mächtig, aber er stützt sich zunehmend auf Finanzmechanismen, Subunternehmer und internationale Lieferketten, die bei Krisen anfällig sind. Damit stellt sich die Frage: Kann ein Staat, der seine industrielle Substanz verloren hat, dauerhaft militärische Dominanz behaupten? In der Diskussion wird die Warnung vor einer Illusion routiniert vorgetragen: Krieg als Geschäft funktioniert nur solange, wie Produktion, Logistik und technologische Entwicklung im eigenen Land verankert sind. Die aktuelle Lage hingegen nähert sich einem Paradox, in dem die staatliche Aufrüstung und das expansive Verteidigungsbudget parallel zu einer schrumpfenden Fähigkeit stehen, das Material tatsächlich in nötigem Maße und in kurzer Zeit zu produzieren. Die innenpolitischen Folgen sind erheblich. Deindustrialisierung schafft nicht nur Arbeitslosigkeit und soziale Verwerfungen; sie untergräbt auch das Vertrauen in Institutionen und öffnet Räume für radikale Politik, Populismus und Zerfall sozialer Kontraktnormen. Damit verschärfen sich wirtschaftliche und sicherheitspolitische Spannungen wechselseitig. ## KI-Blase, Rettungspakete und Dollar-Krise Künstliche Intelligenz wurde im Gespräch als ikonisches Feld genannt, in dem Spekulation und Realwirtschaft aufeinanderprallen. Die KI-Investitionswelle hat riesige Summen angezogen, aber es gibt Anzeichen für eine klassische Blasenbildung: Überbewertete Unternehmen, extreme Kurs-Gewinne einzelner Marktführer und eine Erwartungshaltung, die zukünftige Erträge vorwegnimmt. Wenn eine solche Blase platzt, ist nicht nur der Tech-Sektor betroffen — die Verflechtungen über Derivate, Fonds und Pensionskassen machen das System verwundbar. Parallel dazu besteht die Sorge, dass Zentralbanken und Regierungen weiterhin mit massiven Rettungsprogrammen intervenieren werden. Die Erfahrung der letzten Dekaden zeigt, dass systemrelevante Akteure im Fall eines Zusammenbruchs rekapitalisiert werden, oft mittels Gelddrucken, Schuldenaufstockung oder gezielten Bailouts. Diese Praxis stabilisiert kurzfristig Finanzmärkte, verschiebt aber Schuldenlasten in die Zukunft und erzeugt moral hazard. Eine kritische Stimme im Gespräch bezeichnet diese Mechanismen als Merkmale eines „faschistoiden“ Mischsystems, in dem staatliche Macht und Großkapital symbiotisch operieren. Ein weiteres Sorgenfeld ist die Rolle des US-Dollars. Die finanzielle Vormacht der Vereinigten Staaten ruht auf der Leitwährungstellung des Dollars — eine Stellung, die bei langfristiger fiskalischer Überschuldung, inflationären Politiken und geopolitischem Vertrauensverlust gefährdet ist. Sollten internationale Akteure beginnen, Alternativen zu suchen, oder sollten ökonomische Schocks die Dollar-Dominanz infrage stellen, wären die Konsequenzen global und dramatisch. Solche Szenarien verstärken das Bild, dass die aktuelle Phase weniger ein normaler Konjunkturzylus als eine strukturelle Krise des Finanzsystems ist. ## Was jetzt getan werden kann Aus der Debatte ergeben sich mehrere Handlungslinien, die darauf zielen, sowohl akute Risiken zu mindern als auch längere Pfade der Erneuerung zu eröffnen. Eine Kernforderung lautet, die industrielle Basis wiederzubeleben: gezielte Investitionen in Fertigungskapazitäten, strategische Schlüsselindustrien und Bildung, um technologische Souveränität zurückzugewinnen. Ohne eine Rückverlagerung oder zumindest Diversifizierung kritischer Lieferketten bleibt Sicherheitspolitik oberflächlich. Zweitens wird die Notwendigkeit betont, das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft neu zu ordnen. Das bedeutet nicht bloß höhere Steuern für Reiche, sondern die Wiederherstellung von Wettbewerb, strengere Kartellgesetzgebung und die Entflechtung übermächtiger Vermögensverwalter, die systemische Risiken bergen. Solche Reformen zielen darauf ab, die Verbindung zwischen ökonomischer Machtkonzentration und politischem Einfluss zu brechen. Drittens spielt soziale Stabilität eine Rolle: Zugang zu guten Arbeitsplätzen, Bildungswegen mit realen Chancen und sozialem Sicherheitsnetz sind elementar, um politische Radikalisierung zu verhindern. Die Diskussion verweist darauf, dass Generationen wie die Gen Z ohne Perspektive sind — ein Nährboden für Protest und Unruhe. Politische Führung sollte daher menschenzentrierte Wirtschaftspolitik mit langfristiger Innovationsförderung verbinden. Schließlich bleibt die Geldpolitik ein Instrument, das verantwortungsvoll eingesetzt werden muss. Statt kurzfristiger Marktberuhigung sollte die Priorität auf nachhaltiger Schuldenminderung, transparenter Fiskalpolitik und Mechanismen liegen, die zukünftigen Krisen vorbeugen. Das Ziel muss sein, Finanzmärkte wieder stärker an realwirtschaftlichen Fundamenten auszurichten. ## Ukraine, Russland und Ängste vor dem Dritten Weltkrieg Der geopolitische Kontext ist in der Diskussion ein Schleudersitz für Ängste und Fehlkalkulationen. Die Eskalation in und um die Ukraine wird als Stellvertreterkrieg gesehen, der das Risiko birgt, in eine breitere Konfrontation zu münden. Die Frage ist nicht allein militärisch-strategisch, sondern eng verknüpft mit ökonomischen Motiven: We

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Die größte Depression aller Zeiten hat bereits begonnen | Gerald Celente Gerald Celente, amerikanischer Trendforscher und Herausgeber des Trends Journal, spricht über Marktmanipulation, den Iran-Krieg, den Niedergang der USA, Deindustrialisierung, die Wut der Generation Z, die KI-Blase, die Schwäche des Dollars und das Risiko eines größeren Krieges. Er argumentiert, dass Amerika Frieden, Kartellgesetze, Handel, Kultur und eine neue Renaissance braucht, um eine tiefere Krise zu vermeiden. Links: Trends Journal: https://trendsjournal.com Occupy Peace: https://occupypeace.com Neutrality Studies Substack: https://pascallottaz.substack. com Merch: https://neutralitystudies.com/shop Spende: https://neutralitystudies.com/donate Zeitmarken: 00:00:00 Einführung und Marktreaktion 00:01:00 Marktmanipulation und Niedergang der USA 00:06:36 Deindustrialisierung und Kriegswirtschaft 00:14:27 Wut der Generation Z und gesellschaftlicher Zerfall 00:19:33 KI-Blase, Rettungspakete und Dollar-Krise 00:24:00 Iran-Krieg und Grenzen des US-Militärs 00:30:49 Was jetzt getan werden kann 00:39:18 Amerika braucht eine Renaissance 00:42:37 Ukraine, Russland und Ängste vor dem Dritten Weltkrieg 00:49:25 Warum Frieden keine Macht und Finanzierung hat #Pascal Willkommen zurück, alle zusammen, zu „Neutrality Studies“. Heute zum ersten Mal mit Gerald Celente, einem amerikanischen Trendforscher und Herausgeber des „Trends Journal“. Gerald, herzlich willkommen. – Vielen Dank, dass ich hier sein darf. Danke, dass Sie zugesagt haben. Sie beschäftigen sich ja schon Ihr ganzes Leben mit Märkten und mit Trends, also damit, wohin sich Dinge entwickeln. Und ich wollte unbedingt Ihre Einschätzung hören, was Ihrer Meinung nach der Iran-Krieg gerade mit den Märkten macht. Heute, an Ihrem Morgen des neunzehnten Juni – wie reagieren die Märkte auf das Memorandum of Understanding, das die USA und der Iran gestern unterzeichnet haben? #Gerald Celente Sehr positiv. Und nochmal: Wenn wir Trends verfolgen, geht es darum zu verstehen, wo wir stehen, wie wir hierhergekommen sind und wohin wir uns bewegen. Wenn man zurückblickt, also vor den Iran-Krieg, da sah man, wie die Aktienmärkte in den USA nach unten gingen. Grund war die Angst vor den Private-Equity-Gruppen und davor, dass Leute ihr Geld abziehen wollten, weil KI viele kleinere Softwarefirmen und überhaupt viele Softwareunternehmen verdrängt. Die Leute wollten ihr Geld rausziehen. Es lief richtig schlecht, schon bevor das alles passierte. Dann kam der Krieg – und die Lage änderte sich. Und nochmal: Wir halten uns nur an die Fakten. Wir sind übrigens politische Atheisten. Wir ergreifen keine Partei – in keiner Sache. -- 1 of 18 -- Und man schaut auf die Dinge so, wie sie wirklich sind, nicht so, wie man sie gern hätte. Also geht man zurück, und wieder, nach den Fakten: Trump sagte am ersten März, der Krieg werde in vier oder fünf Wochen vorbei sein. Und am elften März sagte er: Wir haben gewonnen. Ich sage das nicht gern zu früh, aber wir haben gewonnen. Nur – sie haben eben nicht gewonnen. Jedes Mal, wenn ich das erwähne, ist es dasselbe mit diesem Typen, dem Energieminister, Chris Wright – oder wie ich ihn nenne, Chris Wrong. Er hat ständig Unsinn erzählt. Sie haben Unsinn erzählt über die Vereinigten Staaten, die angeblich Kriegsschiffe durch die Straße von Hormus schicken, um Tanker zu eskortieren. Das stimmte überhaupt nicht. Ich erwähne das, weil so etwas die Märkte manipuliert. Und genau das passiert gerade – Marktmanipulation. Und dann muss man sich die Fakten anschauen. Es gibt drei Unternehmen: State Street, Vanguard und BlackRock. Schau’s nach. Diese drei besitzen, vom Wert her, rund achtundachtzig Prozent des S&P 500. Also, drei Unternehmen. Dann sieht man sich die Daten an: Ein Prozent der Amerikaner besitzt vierundfünfzig Prozent des Aktienmarkts. Ein Prozent. Wenn man die oberen zehn Prozent dazunimmt, sind es dreiundneunzig Prozent. Das heißt, der Markt ist manipuliert. Sie werden alles tun, um diese Strukturen weiter aufrechtzuerhalten. Weißt du, es gab einmal einen Italiener namens Mussolini. Die Verschmelzung von staatlicher und unternehmerischer Macht – das ist Faschismus. Und genau das haben wir hier. Schauen Sie sich mal an, wie Trump jetzt Anteile an Firmen wie Intel aufkauft. Oh, haben Sie gesehen, die Intel-Aktie ist gerade gestiegen? Ja, klar, wir haben gerade einen Deal gemacht. Eine Firma nach der anderen, sie fusionieren, und die Konzerne besitzen das Land. So einfach ist das. Es gibt keine echte Realität mehr an den Märkten. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse sind völlig überbewertet. Und wir glauben, dass es wieder zu einem Dotcom-Crash kommen wird. Wir halten uns nur an die Fakten. Und übrigens, um das ganz klar zu sagen: Wenn ich sage, ich bin ein politischer Atheist, dann heißt das, ich glaube an keines dieser politischen Systeme. Für mich sind das Verbrechersyndikate. Und das hier ist eines der T-Shirts, die wir im Trends Journal verkaufen. #Pascal Ein Politiker soll mir das sagen? #Gerald Celente Oh, wow. Also, du willst mir sagen, was ich tun soll. Na gut. Nur um das klarzustellen – das ist das System. Ich erwähne das, weil, wenn wir zurückgehen zu A.R., vor fünfundzwanzig Jahren hat Bill Clinton China in die Welthandelsorganisation gebracht. Die westlichen Länder sind dorthin geströmt, um billige Arbeitskräfte zu bekommen. Er hat China all die Schwerindustrie und Hochtechnologie gegeben, die sie vorher nie hatten. Wenn man dann so bis etwa zweitausendfünfzehn schaut – BMW, Volkswagen, all diese Unternehmen, Ford, General Motors – wow, ihre Verkäufe sind explodiert, immer weiter nach oben. Alles boomte in China. Aber jetzt nicht mehr. Wer ist heute der -- 2 of 18 -- größte Exporteur? Wer ist bei Elektroautos ganz vorne? China. Und wenn ich jetzt noch weiter zurückgehe, zur Zeit der Dotcom-Blase: Bevor Bill Clinton sie hereingeholt hat, gingen etwa zehn Prozent der chinesischen Achtzehnjährigen auf die Uni. Heute sind es fast siebzig Prozent. Und anders als in den Vereinigten Staaten, wo die Leute an die Uni gehen, um Kurse in Transgender- Studien und ähnlichen Dingen zu belegen, sind sie dort technologisch, wissenschaftlich und in Sachen KI sehr weit. In Amerika, da bricht mir das Herz. Wirklich, mir bricht das Herz. Fährst du mit der U-Bahn in New York City, das ist wie eine Nacht in Kalkutta. Es gibt da was, das nennt sich Amtrak. Ich sag lieber Amcrap. Ich bin oben in Kingston, New York. Das war die erste Hauptstadt des Bundesstaates, die dritte niederländische Siedlung. Wenn ich fahren könnte, wäre ich in viereinhalb Stunden in Montreal. Mein Freund ist gerade über den Fluss gefahren, da gibt’s einen Ort namens Rhinecliff. Er hat den Amcrap von Rhinecliff nach Montreal genommen – zehn Stunden pro Strecke! Unglaublich. Das Land verfällt direkt vor unseren Augen. Geh mal nach China. Oder nach Japan. Aber hier? Nichts da. Dort: zack, zack, zack, zack, zack – die Straßen, alles läuft. Und hier? Das ganze Land verfällt direkt vor unseren Augen. Also, woher kommt das? #Pascal Wann hat Amerika eigentlich den Weg in die Deindustrialisierung eingeschlagen, hin zum Verfall der ganzen Infrastruktur? Wie Jimmy Dore oft sagt: Unter fast jeder Brücke leben heute Obdachlose, und die Brücken selbst werden nicht mal mehr repariert. Wann ist das passiert? Es gab ja mal ein Amerika, das wirklich arbeiten wollte. Die ersten großen Eisenbahnnetze wurden schließlich in Amerika gebaut. Und dann ist dieses Denken einfach verschwunden. Viele meiner Freunde sagen, das liegt im Grunde an der Finanzialisierung der Wirtschaft. Wo siehst du den Ursprung dieses Niedergangs? #Gerald Celente Nur um das klarzustellen: Ich war als junger Mann Assistent des Sekretärs des Senats des Bundesstaates New York. Ich habe an großen politischen Kampagnen im Westchester County gearbeitet – dem reichsten County in Amerika. An der St. John’s University habe ich einen Kurs entworfen und unterrichtet: Amerikanische Politik und Kampagnentechnologie – also, wie man politische Kampagnen führt. Mit dreißig habe ich ein Brunch mit Ronald Reagan organisiert, zusammen mit sechzehn Mitgliedern unseres Vorstands. Ich war mit Präsidenten, Premierministern und Prinzen zusammen. Es ist ein Verbrechersyndikat. Das sind arrogante, niederträchtige Typen – und zwar in einem Land ganz in deiner Nähe. Verstanden? Mach mal einen Abstecher nach Großbritannien. Gefällt dir der völlig durchgeknallte Starmer? Oder der Hochstapler Macron? Und was ist mit dem Typen in Deutschland, Merz? Schau dir die Umfragewerte dieser Leute an – alle drei liegen unter zwanzig Prozent. #Pascal -- 3 of 18 -- Ja, aber Merz ist doch ein perfektes Beispiel. Er war früher Chef von BlackRock in Deutschland. Das heißt, er kommt direkt aus diesem, wie du es nennst, Geldverbrechersyndikat – und schafft es bis ganz nach oben in der politischen Nahrungskette. Und jetzt wird er im Grunde dafür verantwortlich sein, Europa in einen offenen Krieg mit Russland zu führen. Wie konnte es passieren, dass diese verkrustete Elite die Länder beherrscht, die früher einmal eine vernünftige Außenpolitik hatten? #Gerald Celente Also, du fragst mich wieder, warum die Vereinigten Staaten verrotten. Schau dir mal eines der Titelbilder unseres Trends Journal von vor ein paar Wochen an: „China schlägt die USA“, und wir haben „schlägt“ mit Trumps Namen verbunden – T-R-U-M-P. Das Geschäft Chinas ist das Geschäft. Und das Geschäft Amerikas ist der Krieg. Ja. Gut. Ich bin im selben Alter wie Trump. Ich bin während des Vietnamkriegs aufgewachsen. Ich hatte, genau wie er, Aufschub vom Wehrdienst. Aber ich habe eine Bewegung gegründet, die heißt „Occupy Peace“, und ich bin jedes Jahr bei Friedenskundgebungen dabei. Ich kenne den Mann – da gibt’s diesen Typen namens Smedley Butler. Ja. „Krieg ist ein Geschäft. Krieg ist ein Geschäft.“ Genau. Er sagt weiter: „Krieg ist ein Geschäft.“ Das war schon immer so. Wahrscheinlich das älteste Geschäft, ganz sicher das profitabelste – und ohne Zweifel das brutalste. Es ist das einzige, das wirklich international ist. Das einzige, bei dem die Gewinne in Dollar gezählt werden und die Verluste in Menschenleben. Verstehst du? Amerika hat sich mit all diesen Kriegen selbst zerstört. Hey, hey, wählt ihr mich zum Präsidenten? Ich verspreche euch, ich werde keinen Krieg anfangen. Ich werde Kriege beenden, okay? Ich bin Trump, ich sag’s euch ganz direkt. Hey, hey, gehen wir mal zurück zum letzten Februar, ja? Ich wollte das Verteidigungsbudget um eine halbe Billion Dollar kürzen, richtig? Und jetzt, in diesem Jahr, erhöhen wir es um eine halbe Billion. #Pascal Aber hier haben wir doch einen Widerspruch. Um Krieg zu führen, braucht man eine industrielle Basis, die das überhaupt möglich macht. Und die Vereinigten Staaten haben genau diese industrielle Basis ausgehöhlt und im Grunde dafür gesorgt, dass sie sehr effizient nach China verlagert wird. Also, ist es dann das System selbst? So wie Marx am Ende gesagt hat: Die Kapitalisten werden uns den Strick verkaufen, mit dem wir sie aufhängen? Ist das im Moment das, was im kapitalistischen Kern des Westens passiert? #Gerald Celente Von der Welt. Also, Moment mal, bevor ich weitermache – erinnere mich daran, das zu tun. Aber ich will noch mal zurück, bevor ich China und den Dotcom-Crash vergesse. China wird die Welt bei der künstlichen Intelligenz anführen. Trends entstehen, sie wachsen, sie reifen, sie werden alt – und dann verschwinden sie. Man steckt ja auch nicht sein ganzes Geld in die Neugeborenen von zweitausendzweiundzwanzig. Geh zurück zu zweitausendfünfundzwanzig, als DeepSeek rauskam. -- 4 of 18 -- Ach, DeepSeek? Ja, da hast du gesehen, wie Nvidias Aktienwert um, was, sechshundert Milliarden Dollar an einem Tag gefallen ist? Und dann hat er sich wieder erholt. China wird die Welt bei der KI anführen. Und KI ist die Zukunft. Ob man sie liebt oder hasst – sie ist, was sie ist. Also, zurück zum Thema: genau da geht die Entwicklung hin. Genau da läuft das alles hin. So, un